Zen und die Kunst einer Workout-Playlist

Fahrradfahren und Musikhören - seit ich Radfahren kann und der Erfindung des Walkman gehört das für mich zwingend zusammen. In den Achtzigern musste man noch aufpassen, dass die Polizei die Kopfhörer nicht sah, In-Ears gab's ja auch noch nicht. Und besonders Bayern war bekannt für sehr restriktives Vorgehen diesbezüglich. Ist heute ja auch noch so mit der bayrischen Polizei.

Dutzende von Mixtapes hab ich mir für meine Fahrradrunden zusammengebaut - genaugenommen war es immer eine Kassette, die bis zum leiernden Ende herhalten musste. Dabei war es zeitökonomisch sinnvoll, möglichst gute Anfangs-Stücke hinzukriegen, zum Optimieren musste ich nicht die ganze Kassette wieder neu aufnehmen.

Irgendwann wollte ich immer eine Kassette, auf der einfach "gute Musik" steht und die immer das abspielt, was ich gerade hören wollte - ging natürlich nicht. Heute habe ich intelligente Playlists.

Und eine App im Smartphone, so dass ich auch keinen Tacho mehr am Fahrrad haben muss, was mich sehr befreit. Denn ich fahre tatsächlich heutzutage mehr nach Gefühl und allgemeinem Wohlbefinden, wo ich früher sklavisch eine konstante Trittfrequenz einhielt und auf Steigerung der Durchschnittsgeschwindigkeit abzielte.

Damit ist auch die Zusammensetzung der Playlist wichtiger geworden. Der Anspruch ist, dass die Playlist mich zuverlässig durch meine Hausstrecke transportiert. Egal, wie ich gerade mental oder physisch drauf bin. Im Laufe des letzten Jahres hat sich ein Anfangsstück herauskristallisiert. Die so entstandene Konditionierung hat bereits bewirkt, dass ich nur das Stück hören muss, wenn ich mal nicht so motiviert bin und schon Lust kriege, mich auf's Rad zu setzen. It's all about knowing how to bug yourself :-) Bislang war das dieses hier

Ideal, um mental langsam in einen runden Tritt zu finden, den Alltag langsam auszublenden. Für die erste Hälfte der Runde ist mir wichtig, dass ich mich langsam in's Fahren einfinden kann, da brauch ich eher Musik, die zwar einen guten Rhythmus hat, aber mich auch noch mental beschäftigt, so kann ich mich gut aufwärmen. Die zweite Hälfte meiner Hausstrecke führt grösstenteils über glatten Asphalt - wie gemacht für ein paar ordentliche Sprints. Die App, die ich verwende, Strava, bietet die Möglichkeit, Segmente anzulegen, das sind Sprint-Strecken mit einer Extra-Wertung, so dass man sich mit anderen messen kann. Dafür hat sich unter anderem Blaue Sonne von Siriusmo bewährt, es hat einen guten Drive, aber keinen Druck, das motiviert gut für einen lockeren Sprint

In letzter Zeit bin ich viel grössere Strecken in anderen Teilen Berlins zusammen mit anderen gefahren - meine Hausstrecke ist mir etwas langweilig geworden, die bisherige Playlist passt nicht mehr so ganz. Zeit, die Hausstrecke auszudehnen und auf die 10 KM mehr Strecke eine neue Playlist zu legen, die mich zuverlässig durch den Workout transportiert.

Feed für diesen Eintrag

Kommentieren

Wer da?
Meine Rede

©2013 Regine Heidorn läuft auf Habari mit Inuit.css und nutzt Font Awesome sowie den Podlove Web Player. Die Header-Graphik kommt von Apfel Zet.