Würd ich wohnen in Berlin, würd ich nach Altfriesack ziehn

Götze von AltfriesackTja, der Herr Cornelius hatte schon vor 110 Jahren eine gute Idee, als er das Bützseelied schrieb ...

Ein alter Pfadfinder-Kumpel hatte den Tip: Kanu-Camp Altfriesack - und letztes Wochenende war es soweit. Etwas früher Feierabend gemacht, im Alex in den Zug und Wustrau-Radensleben wieder raus. Noch ein wenig Radeln, ersten und einzigen Geocache in Altfriesack mitnehmen, Zelt aufbauen und genau rechtzeitig zum leckeren thailändischen Essen. Gekocht und serviert von Dame und Tochter des Hauses.

Den Samstag liessen wir gemütlich an - war ja nicht nur Wochenende, sondern auch Urlaub. Und Aufwachen ist da ja schon eine Zumutung. Bis ein einfaches Frühstück in freundlicher Camper-Atmosphäre lockte. Der Plan war eigentlich, bis hoch nach Neuruppin zu paddeln und unterwegs ein paar Geocaches zu pflücken. Unterwegs trafen wir eine kleine Ringelnatter, die sich an der Wasseroberfläche sonnte und wegschwamm, als sie uns bemerkte. So 3 KM vor dem ersten Geocache zog eine Regenfront heran. War ja Urlaub - also entschieden wir gegen Weiterpaddeln und evtl eilig zum Schleusenschluss Zurückpaddeln für gemütliches durch den Regen mit Rückenwind Zurückpaddeln.

Abendstimmung auf dem BützseeDafür gab es einen Nachmittagskaffee mit Mittagsschläfchen und eine lockere, abendstimmungsgeladene Paddelrunde um die Insel im Bützsee. Als wir zurückkehrten zu unserem Zeltchen konnten wir amüsiert eine Gruppe lustiger Polen beobachten, die unter lautem Gelächter anlegten und ab und an vom Steg in's Wasser fielen.

Ein guter Moment für uns, zum Abendessen die Alte Fischerhütte zu testen. Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich Störsteak probieren, war aber nur mäßig begeistert. Auffällig an der Speisekarte ist übrigens, dass alle Fischgerichte eine Variation verschiedener Fischsorten mit Dillsauce, Salzkartoffeln und Salatteller sind. Ebenfalls getestet wurde das Dessower Märkische Pils - "insjesamt keen Highlight, aba solida Durchschnitt". Die Polen sangen uns freundlich in den Schlaf.

Der Sonntag führte uns mit dem Fahrrad auf eine kleine Cacherunde durch Neuruppin, etwas verregnet. Immerhin haben wir 2 andere Cacher getroffen zum Plausch an der Uferpromenade. Von Neuruppin geht's etwas schneller nach Berlin als von Radensleben, dafür liegen so 8 KM Radweg zum Camp dazwischen. Seit so 2005 hat es mich öfter mal durch Neuruppin geführt - Geocaching-Ausflug, Spaziergang mit einer Freundin, einen verunfallten Motorrad-Kumpel im Krankenhaus besuchen. Diesmal fiel mir auf, dass der Ort sich durchaus belebt hat. Bei meinen ersten Besuchen erlebte ich die Menschen eher mürrisch. Mittlerweile ist etwas mehr touristische und gesellige Infrastruktur vorhanden, die Stimmung ist lockerer. Allerdings fielen mir die 4 dunkelhäutigen Menschen, denen wir auf dem Radweg begegneten, sehr auf - daran merkte ich erst, wie eintönig die Gesellschaft in Neuruppin war. Tatsächlich gibt es wohl ein Asylbewerberheim in Treskow und sog. Freie Kräfte. Es scheint also nicht so ganz spannungsfrei in dieser Ecke - würd ich also wohnen in Neuruppin würd ich wohl nach Berlin ziehn.

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