Werdegang

Eigentlich wollte ich schon immer Bibliothekarin werden. Oder Verkehrspsychologin/Verkehrsplanerin. Und ausserdem hab ich da noch so eine geniale Erfindung im Kopf, seit Jahren, deren Zeit jetzt gekommen ist.

Bevor ich in die Oberstufe kam, wollte ich Radprofi werden. Das war Mitte der 80er. Alle Vereine, die ich anrief, lachten mich aus: daß Mädchen Radsport betrieben war einfach zu ungewohnt. Die es etwas besser meinten erklärten mir: Selbst wenn wir einen Trainer für Dich hätten - es gibt keine Rennen, auf die wir Dich trainieren könnten. Tja. (Eigentlich war mein Vater auch dagegen, er meinte, da müsste man dopen und das würde nur den Körper kaputt machen für Nichts. Recht hatte er - fand ich damals aber natürlich doof.)

Dann wollte ich Gitarristin werden, aber das ist ja kein Brotberuf. Ich schrieb einige eigene Stücke.

Kurz vor dem Abitur wollte ich Vortragsreisende werden. Dafür gibt es keine Ausbildung. Also schaute ich mir viele Vorträge an und erkannte: es braucht Menschenkenntnis für gute Kommunikation und tiefe Sachkenntnis, um wirklich etwas zu erzählen zu haben. Aufgeschoben.

Als ich Abitur machte wollte ich Langzeitstudentin werden. Mit 30 Semestern Studium ohne Abschluß an 3 Universitäten in 7 Fächern meine ich, dieses Berufsziel erreicht zu haben. Immerhin war ich in dieser Zeit Radkurierin, das kam dem Radprofi schon irgendwie nahe. Im Gegensatz zu vielen meiner KommilitonInnen beschäftigte ich mich intensivst mit Primärtexten, insbesondere denen, die niemand kannte - diese abseitigen Denkwelten waren interessanter als das Mainstream-Namedropping ohne Substanz. Für das Sportstudium musste ich einen Leistungstest machen. Dabei kam heraus, daß ich den Trainingsstand einer gut trainierten Profi-Sportlerin hatte (ohne Doping, just for the record und für meinen Vater #RIP.)

Dann kam die Ausbildung in Internet-Programmierung, ich spezialisierte mich auf CSS obwohl alle sagten Flash sei das große Ding. Damit habe ich mich so tiefgreifend beschäftigt, daß ich ein Buch veröffentlichen konnte, das selbst CSS-Profis noch Erkenntnisse vermittelt. Darüber hielt ich öfter Vorträge -> Berufsziel Vortragsreisende erreicht. Das Buch kam übrigens druckfrisch auf meinen Schreibtisch geflogen am Morgen meines 40. Geburtstags.

CSS mache ich immer noch gerne und bin darin zeimlich gut. Ich habe ein gutes Team und sinnvolle Arbeit unter guten Bedingungen gefunden. Trotzdem gibt es so viel, was ich noch machen möchte.

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