Usedom-Radweg

Usedom-Radweg, hellblau, Kürzel URW"Es gibt Fördergelder für Radwege, da lässt sich doch sicher was machen, oder?" "Klar, wir legen einfach eine Route auf der Karte mit ein paar Alternativen rund um Usedom und ein wenig zwischendurch." "Aber es gibt dort kaum gut befahrbare Wege und Straßen ..." "Das macht doch nichts - wenn die Touristen auf der Insel Fahrräder ausleihen, können wir ihnen etwas an die Hand geben. Die werden da schon durchkommen, sie haben ja schließlich Urlaub und wollen Abenteuer erleben." "Aber irgendwie ausschildern müssten wir den schon, die Verwendung der Fördergelder könnte ja überprüft werden." "Da schicken wir einmal den Praktikanten durch, der soll an den touristisch wichtigen Stellen Schilder hinstellen. Dann kommen die Leute auch auf die Idee, sich Fahrräder auszuleihen."

Usedom-Radweg bei WolgastSo oder so ähnlich stelle ich mir das Zustandekommen dessen vor, was nun den Namen Usedom-Radweg trägt. Anders kann ich es mir nicht erklären, daß diese Route etwa willkürlich mitten zwischen 3 eingezäunten Kuhweiden einfach endet. Oder des öfteren abrupt in Tiefsand-Pisten übergeht. Oder einen nicht geringen Anteil landwirtschaftlicher Wege enthält, die mit löchrigen Panzerplatten gelegt wurden. Auf denen man selbst mit gut gefederten Fahrrädern zwingend Rückenprobleme bekommen muss.

B111 nach Wolgast, rosa, und Usedom-RadwegBesonders dramatisch finde ich das bei einem Teilstück, mit dem sich eine stark befahrene und schmale Bundesstrasse umgehen liesse, die rosa dargestellte B111 von der Kreuzung hinter Hohendorf nach Wolgast rein. Hier sammelt sich bereits der Verkehr, der sich dann spätestens in Wolgast auf dem Weg über die Brücke nach Usedom rüber staut. Der Verkehr ist dicht, die Strasse ist eng, die Autofahrer sind ungeduldig und unaufmerksam, weil kurz vor dem Ziel nach evtl längerer Fahrt. Auf der kurzen Strecke wurde ich einmal absichtlich geschnitten und beinahe von einem überbreiten Bootsanhänger mitgeschleift. Von dem nervösen Rumgehupe ganz zu schweigen oder den nötigenden Überholmanövern, bei denen von Mindestabstand 1,50 Meter längst keine Rede mehr sein kann. Tatsächlich gibt es nur entweder die B111 oder eben den Usedom-Radweg. Der auf genau den 2,5 KM, die im Bild gestrichelt dargestellt sind, aus unbefahrbarem Tiefsand besteht.

Muss es hier erst zu einem Unfall kommen, bevor sich was ändert? Was ist so kompliziert daran, diese 2,5 KM des Usedom-Radwegs gescheit auszubauen? Ich weiss nicht, ob es so gute Werbung für den Tourismus auf Usedom ist, wenn Radfahrer verunglücken? Ich seh schon das Schulterzucken: "Wieso haben die denn nicht den Usedom-Radweg benutzt?" Ja, wieso wohl nicht ... der Engpass an der Wolgaster Brücke ist sowohl von als auch nach Usedom mit Auto oder Motorrad eine Hölle. Es wäre doch wünschenswert, wenn mehr Menschen ohne Auto anreisten.

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