Rico, Oskar und die Tieferschatten

Rico, Oskar und die Tieferschatten, 2008, Carlsen So eine Art Forrest Gump und die Detektive.

Der Vorteil davon, Freunde mit Kindern zu haben, ist, dass man mal Lese-Empfehlungen bekommt, auf die ein Amazon-Algorithmus niemals kommen würde. Und ab und an ist es ja auch mal gut, sich wieder daran zu erinnern, wie Kinder die Welt sehen, gerade, da ich selbst keine habe. Oder wie man selbst als Kind die Welt vielleicht so gesehen hat.

Hier ist es ein Kinder-Krimi, der in Berlin spielt, in der Dieffenbachstr., um genau zu sein. Bei Rico und Oskar handelt es sich um einen Tief- und einen Hochbegabten. Die jeweils so ihre eigenen Probleme haben und zu dem Schluß kommen, dass es den Erwachsenen egal ist, ob hoch- oder tiefbegabt: sie haben ein Problem mit allem, was irgendwie anders ist und sind doch selbst ziemlich ... anders.

Mir hat die erfrischende einfache Schreibe gut gefallen, eine Lektüre, die mich ziemlich komfortabel durch die letzte Erkältung gebracht hat. Endlich mal wieder eine Geschichte mit lebendigen Charakteren aus einer anderen Sicht. Schön auch, wie Rico das graue Gefühl beobachtet. Es ist mal mehr mal weniger da bei den unterschiedlichen Erwachsenen und Rico findet irgendwann heraus, dass es sich da um Depression handelt.

Im Buch tauchen immer wieder seine eigenen Definitionen auf von Wörtern, die er lernt. Und ich musste oft schmunzeln. Also wer Emil und die Detektive in modern lesen und sich mal wieder auf den Stand bringen will in Sachen Kinder- und Jugendliteratur - dieses Buch macht Spaß. Und Forrest Gump kommt auch drin vor.

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