Nachrichten über die Familie Heidorn 3

Nr. 3, Hamburg 1935

Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt,
der froh von ihren Taten, ihrer Größe
den Hörer unterhält und, still sich freuend,
ans Ende dieser schönen Reihe sich
geschlossen sieht. Denn es erzeugt nicht gleich
ein Haus den Halbgott noch das Ungeheuer;
erst eine Reihe Böser oder Guter
bringt endlich das Entsetzen, bringt die Freude
der Welt hervor.
aus Iphigenie auf Tauris

Von unserer Arbeit

Die Notwendigkeit zu verdienen verhindert mich leider in diesem Sommer, im Kieler Staatsarchiv die alten Urkunden durchzuarbeiten. Ich beschränke mich daher darauf, nach und nach den Registern in Rellingen, Quickborn, Barmstedt, Elmshorn, Ütersen, Haseldorf, Nienstedten, Altona und Hamburg das Nötige zu entnehmen. Auch diese Arbeit ist unerläßlich, wenngleich sie nicht, wohin unser Eifer gerne möchte, in das 16. und noch frühere Jahrhundert zurückführt.

Es wird allmählich erreicht, daß sich die Zusammenhänge der jetzt lebenden Heidorns etwas lichten. Für die meisten bin ich schon imstande, ihre Verwandtschaften und ihre nächsten Vorfahren aufzudecken. Aber ich muss immer erneut um mehr Mitarbeit durch Mitteilungen und durch Geld bitten.

Rektor Heidorn aus Harburg will in diesem Sommer Kloster Lokkum, Gr. Heidorn, Bückeburg usw bearbeiten, damit wir auch über die Zusammenhänge des südlichen Teiles Genaueres erfahren. Ich bitte aber, alle bezüglichen Mitteilungen doch an mich zu leiten, weil für die Nachfragen und Bitten eine zentrale dasein muß.

Geschichtliches

Schon vor dem 12. Jahrhundert mögen Einwanderungen aus Holstein von Süden her stattgefunden haben. Geschichtlich aber war Vicelin der erste, welcher um 1120 holländische Kolonisten in die Elbmarschen zog, und war Adolf II., Graf von Schaumburg und Holstein, der zweite, welcher ab 1143 in dem durch die Wendenkriege entvölkerten Lande Holstein zwischen Segeberg, Bornhöved und Plön, Westfalen südlih Segeberg, Friesen bei Süsel, Holländer bei Eutin und Oldenburg und Schaumburger (Bückeburg) bei Pinneberg ansiedelte. Mit letzteren mögen Heidorns oder 1 Heidorn nach Esingen gekommen sein. (Ese soll ein Mannesname sein).

Von den 10 Heidorns die als um 1600 geboren und als selbständige bauern mir bisher bekannt geworden sind, saßen 4 in Esingen, 4 in Borstel und 2 in Rellingen.

Bei den um 1633 geborenen (48 bisher bekannt) hat sich das Bild schon sehr verschoben:

  • in Esingen Arenlohe 11
  • in Borstel-Hohenrade 7
  • in Pinnebergerdorf 2
  • in Kummerfeld 1
  • in Bevern 1
  • in Ütersen 1
  • in Etz 1
  • in Schenefeld 1
  • in Prisdorf 3
  • in Rellingen 1
  • in Quickborn 1
  • in Ellerhop 1
  • in Heist 1
  • in Datum 1

unbekannten Aufenthalts (vielleicht früh gestorben) 14.

Zu beachten ist, daß unter diesen 48 die Töchter mitgezählt sind, was bei den um 1600 geborenen infolge mangelnder Nachrichten noch nicht möglich war.

Von 1150 bis 1600 ist ein langer Zeitraum. Ist es wahrscheinlich, daß, wenn 1 Heidorn um 1150 eingwandert ist, nach 500 Jahren nur 10 Familien Heidorn (mit Töchtern evtl. 20) vorhanden sind? - Soll man schließen, daß der erste oder die ersten Heidorns später gekommen sind?

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Die älteste uns bisher bekannt gewordene Familie stellt sich folgendermaßen dar:

Stammbaum älteste Heidornfamilie

Eine andere Urkunde

(Schluß)

Und soll ihm Jochen Heidorn dieses Land gleich dem seinen bemisten, besamen und bepflügen. Es soll aber Hans Heidorn 3 Tage Plaggen reinholen und will er das Mähen des Kornes selbst tun, so soll auch Hans Heidorn einen Ochsen haben von 6 Talern. Stürbe aber Hans Heidorn, vordem er sich befreit, so behält Jochen Heidorn alles miteinander und gibt von diesem niemand.

Die 1100 Mark sollen von J. Heidorn nach folgender Gestalt bezahlt werden; als nämlich den Gläubigern nach laut eines Verzeichnisses

  • Peter Ruhr zu Esing zu seinem Brautschatze 250 M
  • Heinrich Heidorn 100 M
  • Hans Heidorn 100 M
  • Joist seligen zween nachgelassenen Kindern 100 M, jedoch daß der Witwe den Zins und weiters nichts zu geben haben soll bis zur Zeit der Kinder mündigen Jahren.
  • H. Kosels Witwe, weil sie nur Halbschwester dazu ist 43,5 M

Als aber Johann Heidorn und der anderen Töchtermänner 1 Taler und etliche noch mehr haben bekommen, so sollen diese spezifizierten Personen als Heinrich, hans und Joist Kindern nach der Eltern Tode solange ziehen, bis sie zu den 100 Talern aufgewachsen. Und soll Jochen Heidorn eine solche Teilung mitgeben, wenn ein solches geschehen. Bleibe dann noch etwas übrig, käme ihnen allen miteinander zu. Wenn auch Arend Heidorn und seine Hausfrauen tot seien, soll Hans Heidorn im Abschiedshaus bleiben, bis er sich verheiratet.

Hierbei in und über seien gewesen:
Arend Heidorn der Vater, Jochim, Johann, Heinrich, Hans Gebrüder, Joist Kinder Witwe, Katrina Kosels und Claus Woler.

Geschehen zum Pinneberg den 16. Juni Ao 1603

Verhältnisse um 1600

Graf Otto IV. (1544-1576) beteiligte sich 1557 an dem Kriege Philipps II. gegen Frankreich (Daß auch in Holstein Soldaten angeworben seien, ist bisher nicht ermittelt) und 1556 an dem gegen die Holländer. Er bekam aber keinen Ersatz seiner Auslagen und geriet daher in Schulden (bei Johann Rantzau allein sollen es 11 000 Gulden gewesen sein und bei dem Drosten 8200).

Drost (Regierungspräsident) der herrschaft Pinneberg war 1531 - 1566 Hans Barner, danach Johann Warpup, Amtmann in Pinneberg bis 1564 Melhior Tribben, dann Dietrich Will.
(Forsetzung folgt)

Familien-Anzeigen

  • Gestorben: 13.5.1935 Joh. Joch. Heidorn in Datum, 80jährig
  • Gestorben: 22.3.1935 Maria Heidorn, geb. Schilling in Altona, 64jährig
  • Geboren: 14.1.1935 Gerda, Eltern: Hinrich Heidorn und Emma geb. Rostadski, Rellingen
  • Geboren: 26.1.1935 Egon, Eltern: Wilhelm Heidorn und Alma geb. Eggers, Schenefeld
  • Geboren: 15.3.1935 Peter, Eltern: Edgar Heidorn und Lench geb. Kirchhof, Langenhorn
  • Geboren: 26.4.1935 Herbert, Eltern: Hinrich Heidorn und Agnes geb. Sürk, Rellingen
  • Geboren: 20.6.1935 Ernst, Eltern: Erwin Heidorn und Herta, geb. Klüver, Schenefeld
  • Geboren: 6.7.1935 Lieselotte, Eltern: Joch. Heidorn und Anna geb. Timm, Thesdorf

Giro-Konto Nr. 860, Sparkasse der Stadt Altona, Abt. Blankenese, unter Wilh. Heydorn.

Welcher Heidorn auf dem Lande mag für die Herbstferien unentgeltlich ein armes, elendes Heidornkind aus der Stadt aufnehmen?

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