5. Schneeglöckchen-Radeln Ortrand

70 KM Neeglöckchen-Radeln, 23.3.2014 Sonntags um 0600 aufstehen und nach Sachsen rausfahren - das muss sich schon lohnen. Für mich bedeutete das: kleines Warmradeln 11 KM bis zum Südkreuz, dort 3 KollegInnen aus der Facebookgruppe treffen und dann nichts wie raus nach Ortrand.

Zur Nachmeldung hieß es, 2 Stunden vor Start da sein, so tranken wir noch Kaffee, aßen lecker Kuchen und belegte Brötchen und begutachteten Doping-Reste am Nachbartisch (Tramadol und Thomapyrin). Neben den hochgezüchteten Rennboliden gab es ein paar ausgefallenere Modelle zu bewundern wie etwa ein Liegerad-Tandem, bei dem die Fahrenden Rücken an Rücken sitzen. Ich weiss nicht, ob ich das könnte ... ist sicher viel Vertrauen zum Lenkenden nötig.

Ursprünglich hatte ich die 40er-Runde auf dem Schirm. Mein Ziel für 2014 ist, 50 bis 60 KM stabil zu schaffen. Im Gegensatz zu letztem Jahr, wo es mir nur darum ging, mit einer kleinen Hausstrecke von 20 KM überhaupt wieder in einen regelmäßigen Radfahr-Trainingsrhythmus zu kommen. Da der Winter bislang so mild ausfiel, konnte ich schon einige Male die Havelchausseerunde fahren. Von meiner Haustür aus sind das 50-60 KM. Damit hatte ich Mitte Februar schon ein Drittel meines Gesamtpensums von 2013 zusammengefahren.

Letztes Jahr zog sich der Winter ja recht lange hin. In Ortrand wurde öfter davon berichtet, daß Schneeglöckchen 2013 noch überwiegend durch weiße Landschaft ging. Dieser Tage war es schon etwas frischer und leicht windiger als in Berlin. So richtig Frühlingswetter war auch nicht, aber alles in allem recht angenehme Temperaturen um 9° C.

Die Strecke war komplett ampelfrei, es gab keinen nennenswerten Verkehr. Wobei es mich schon erstaunt hat, mit was für Tempo manche AutofahrerInnen einen locker 80 Menschen umfassenden Peloton, der mit 35-40 KM/h über die Strasse schnurrt, meinen, überholen zu müssen. Wenn da nur einE RadfahrerIn mal etwas nach links ausschert oder in der Gruppe etwas passiert oder Gegenverkehr kommt ... dann möchte ich jedenfalls nicht am Lenker des Autos gesessen sein. Viele Autos, die uns entgegenkamen, hielten jedoch freundlich am linken Fahrbahnrand und liessen uns passieren.

Tatsächlich gab es einen Sturz direkt neben mir, weil eins bremste ohne Warnung. Aber es lief nochmal gut und alle konnten weiterfahren. Ja, die Kommunikation ... ein Teil der Strecke ging über schmalere Landwirtschaftswege, die teilweise Verkehrsberuhigungs-Schwellen hatten. Einige mussten dafür stark abbremsen und hielten es nicht für nötig, mal vorher die Hand zu heben oder Achtung zu rufen. Das halte ich bei solchen Veranstaltungen für die Hauptgefahr. Überhaupt mussten einige sich sonstwas beweisen ... vielleicht mussten sie eine supergute Zeit zusammenfahren, um nicht Sponsorengelder im zweistelligen Euro-Bereich zu verlieren. Ernsthaft: es ist mir rätselhaft, wie bei solchen Breitensport-Hobby-Veranstaltungen die eigene Zeit über die allgemeine Sicherheit gestellt werden kann.

Meine Peer-Group überredete mich zur 70er-Runde, weil sie 110 KM fahren wollten und wir so gemeinsames Vergnügen hatten. Nach 40 KM meinten sie: "Regine, wir haben jetzt 40 KM - wie läuft es bei Dir?" Da war ich grad so an einer angenehmen Auslastungsgrenze - und brach keine 20 Sekunden später ein. Ich verlor den Anschluss an die Gruppe und kämpfte mich noch tapfer die letzten 5 KM inklusive 170 Höhenmeter zur Verpflegungsstation durch.

7Startnummern 679-681, Berliner Dreieck <del>2009</del> 2014 Dort am Heidebergturm auf 209 Hm und direkt auf der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen gab es Kekse, Salzbrezeln, belegte Brote, Wasser, warmen Zitronentee-oder-so und ein Mädchen, das Kuchen verteilte, und sich ausdrücklich freute, dass auch ein paar Frauen unter den Radelnden waren. In der Tat war die Teilnehmerschaft überwiegend männlich, genaue Zahlen habe ich leider (noch) nicht.

Für meine letzten 25 KM stellte ich mich auf gemütliches Ausradeln und Waden lockern ein, bis mich langsam eine ähnlich schnell fahrende Gruppe einholte, die mich sicher in's Ziel verwindschattete. An der letzten Steigung passierte mir dann etwas Typisches: ich wurde links überholt (Schneckenrennen am Hang) und beim Wiedereinscheren nach rechts abgedrängt. Rechts von mir war noch ein Fahrer. Ich rief mein übliches "Achtung, rechts ist auch noch jemand!" - keine Reaktion. Der Herr war etwas älter und wohl leicht schwerhörig. Als ich dann etwas lauter fragte, wie weit nach rechts es denn noch sein dürfe, bekam ich zur Antwort, er würde lediglich Spur halten und wenn ich keine Ahnung hätte, solle ich zu Hause bleiben. Das war mir zu gefährlich. Zeit zum Überholen und glücklicherweise begegnete ich diesem Autisten erst wieder, als er 10 Minuten nach mir im Ziel einfuhr.

Urkunde und Schneeglöckchen am BandeAlles in allem hat mich die 70er-Runde gut gefordert. Das Fahren mit den BerlinerInnen hat Spaß gemacht, wir hatten gute Stimmung. Die Strecke war gut, keine Ampeln, kaum Verkehr. Die Landwirtschaftswege waren ab und an etwas brenzlig wegen Matsch und Sand, gefährlicher war aber, dass viele Mitfahrenden nicht anständig über Gefahren kommunizierten und abrupt bremsten. Aber das ist bei jeder dieser Veranstaltungen ein Risiko. Im Ziel gab's eine Urkunde, ein Schneeglöckchen am Bande und Nudeln. Sowie 2 Punkte auf meine BDR-Wertungskarte und damit endlich die offizielle Saison-Eröffnung, nachdem der Britzer Möwen-Roller wegen Sturmwarnung ausfiel. Damit habe ich jetzt bereits 2 Drittel meiner letztjährigen Gesamtkilometer gefahren. Ich denke, wir haben diese RTF für nächstes Jahr wieder auf dem Schirm - wenn der Winter uns lässt :D.

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  • …d Touren im 100-KM-Bereich gefahren, aber die Stimmung ist gut und nachdem mich die KollegInnen mal zu 70 KM überredet haben und meinen Einbruch bei 40 KM mitbekamen, ist für mich auch akzeptiert, daß mein…

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